{"id":145,"date":"2017-11-28T14:18:09","date_gmt":"2017-11-28T13:18:09","guid":{"rendered":"https:\/\/erzgebirge.linksjugend-sachsen.de\/?p=145"},"modified":"2022-07-13T21:18:52","modified_gmt":"2022-07-13T19:18:52","slug":"wie-schoen-waere-das-leben-ohne-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/erzgebirge.linksjugend-sachsen.de\/index.php\/2017\/11\/28\/wie-schoen-waere-das-leben-ohne-arbeit\/","title":{"rendered":"Wie viel sch\u00f6ner w\u00e4re das Leben, wenn&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; man nur 6 Stunden t\u00e4glich oder weniger auf Arbeit m\u00fcsste. Momentan sieht es f\u00fcr viele junge Menschen, die bereits im Berufsleben stehen so aus, dass kaum noch Zeit f\u00fcr das Privatleben bleibt. Lange Arbeitstage, dazu kommen noch lange Fahrtwege zur Arbeitsstelle und zur\u00fcck, lernen f\u00fcr die Berufsschule und und und. Wo bleibt da noch Zeit f\u00fcr das Privatleben???<br \/>\nIn der heutigen Gesellschaft ist Zeit zur knappsten und wertvollsten Ressource geworden. Die IG-Metall diskutiert aktuell das Modell einer &#8222;kurzen Vollzeit&#8220;. So sollen Besch\u00e4ftigte den tariflich gesicherten Anspruch erhalten, ihre Arbeitszeit individuell auf bis zu 28 Stunden absenken zu k\u00f6nnen. Dies klingt zun\u00e4chst einmal nach einer tollen Sache, die Forderung ist jedoch nicht weitreichend. Die Absenkung soll nur f\u00fcr einen Zeitraum von zwei Jahren gelten. Das Vollzeit-Arbeitsverh\u00e4ltnis bleibt w\u00e4hrend dessen bestehen damit man darauf zur\u00fcckkehren kann. Dies bedeutet jedoch keineswegs eine Zahlung des vollen Entgeltes w\u00e4hrend dieser zwei Jahre. Der Lohnausgleich wird nur gefordert f\u00fcr bestimmte Gruppen, wie Schichtarbeiter, Pflegende oder Kinderbetreuungspflichtige. Das Modell ist somit keine Forderung nach einer neuen Normalarbeitszeit zwischen 28 und 35 Stunden f\u00fcr alle. Und auch die Forderung, dass Arbeitnehmer mehr Freizeit w\u00e4hlen k\u00f6nnen aber daf\u00fcr auf eine Gehaltserh\u00f6hung verzichten, ist Quatsch. Denn so bezahlen die Arbeitnehmer nur selbst ihre Arbeitszeitverk\u00fcrzung.<br \/>\nEin weiteres Problem ist, dass die Stellenanteile, die bei solchen Modellen wegfallen, nicht neubesetzt werden. Dies hat eine Intensivierung der Arbeit zur Folge und hei\u00dft damit mehr Arbeit, mehr Druck und mehr Stress.<br \/>\nDie M\u00f6glichkeit in Teilzeit zu gehen ist ebenso nicht ausreichend, da solche Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse meist nicht existenzsichernd sind. Wir brauchen eine kurze Vollzeit f\u00fcr alle und das bei vollem Personal- und Lohnausgleich!<br \/>\nViele Branchen haben bislang jedoch noch nicht einmal die 35-Stunden-Woche eingef\u00fchrt. Stattdessen sind f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten 40 Stunden plus zahlreiche \u00dcberstunden die Normalit\u00e4t. Zudem gibt es 28 Jahre nach der Widervereinigung nicht nur weiterhin Unterschiede bei der H\u00f6he der L\u00f6hne zwischen Ost und West, sondern auch solche in den Arbeitszeitregelungen. So sieht der Tarifvertrag f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst (TV\u00f6D) f\u00fcr Besch\u00e4ftigte im Tarifgebiet Ost eine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitszeit von w\u00f6chentlich 40 Stunden, f\u00fcr Besch\u00e4ftigte im Tarifgebiet West dagegen nur eine solche von 38,5 Stunden vor. Das bedeutet, dass Besch\u00e4ftigte im Osten Deutschlands im Jahr 78 Stunden, also rund 2 Wochen l\u00e4nger im Jahr f\u00fcr das gleiche Geld arbeiten m\u00fcssen, als ihre westdeutschen Kollegen. So etwas ist nicht hinnehmbar!<br \/>\nDurch eine k\u00fcrzere Wochenarbeitszeit f\u00fcr alle k\u00f6nnte die Arbeitslosigkeit gesenkt werden. Somit w\u00e4re Vollbesch\u00e4ftigung m\u00f6glich. Auch im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung und den damit verbundenen \u00dcberfluss an Stellen, welche k\u00fcnftig nicht mehr gebraucht werden, l\u00e4sst die Forderung einer Arbeitszeitverk\u00fcrzung notwendig erscheinen. Wenn die von der Digitalisierung betroffenen Menschen nicht in die Arbeitslosigkeit geschickt werden sollen, dann muss die verbleibende Arbeit umverteilt werden.<br \/>\nWeiterhin ist die Gesundheit ein wichtiger Grund. Eine \u00dcberlastung vieler Arbeitnehmer ist leider oftmals die Regel als die Ausnahme. In den letzen Jahren haben psychische Erkrankungen in Folge von \u00dcberarbeitung betr\u00e4chtlich zugenommen. Eine Arbeitszeitverk\u00fcrzung w\u00fcrde somit nicht nur zu einer Erleichterung f\u00fcr den Einzelnen f\u00fchren, sonder auch zu einer erheblichen Entlastung des Gesundheitssystems.<br \/>\nDie Produktivit\u00e4t ist im Zeitraum von 1960 bis 2000 um hundert Prozent gestiegen. Das bedeutet, w\u00e4hrend die durchschnittliche Arbeitszeit in den 60er Jahren noch bei 48 Stunden w\u00f6chentlich lag, w\u00e4re es im Jahr 2000 m\u00f6glich gewesen, nur noch 24 Stunden pro Woche zu arbeiten. Es ist somit m\u00f6glich. Doch die gegenw\u00e4rtigen Machtverh\u00e4ltnisse lassen dies nicht zu. Denn eine k\u00fcrzere Arbeitszeit f\u00fcr alle w\u00fcrde bedeuten, dass diese von den Gewinnen und Profite der Unternehmen bezahlt werden m\u00fcsste und diese damit geschm\u00e4lert werden. Die Arbeitgeber fordern stattdessen eine h\u00f6here Flexibilisierung. Diese geht jedoch nur zu Lasten der Besch\u00e4ftigten. Eine Arbeitszeitverk\u00fcrzung f\u00fcr alle will die herrschende Klasse nat\u00fcrlich nicht und stellt eine k\u00fcrzere lassen. Wir als Linke sind in der Pflicht die Missst\u00e4nde nach au\u00dfen zu tragen und das Erfordernis nach einer deutlichen Arbeitszeitverk\u00fcrzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich zu unterst\u00fctzen und daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen. Denn dies ist kein Randthema, sondern betrifft die gesamte Gesellschaft. Neben den Gewerkschaften sollte daher sowohl die Partei Die Linke, als auch die linksjugend [&#8217;solid] das Sprachrohr f\u00fcr die Forderung nach Arbeitszeitverk\u00fcrzung und damit dem Gewinn von Lebenszeit sein!<br \/>\nDie Welt k\u00f6nnte sch\u00f6n sein, ohne Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung! Lasst uns eine solche erk\u00e4mpfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">&#8230; man nur 6 Stunden t\u00e4glich oder weniger auf Arbeit m\u00fcsste. 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